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infraBuild & Profile

Aus Achse, Profil und Stationierung entstehen 3D-Bauwerke als IFC 4.3.

infraBuild ist das Geometrie-Gegenstück zu DataBuild: Tunnel, Tröge, Stützwände, Galerien, Lärmschutz und Leitungen entstehen aus Achse + Profil + Stationierung. Kern ist ein Knoten-Graph mit typisierten Anschlüssen, Datenfluss-Ausführung und Live-Vorschau im Viewport.

Der Knoten-Graph

Im Graphen werden Achse (aus LandXML oder einem IFC-Alignment), Profil und Stationierung verknüpft; das lokale Koordinatensystem an jeder Station trägt das Profil entlang der Trasse. Die Geometrie entsteht wahlweise tesselliert oder parametrisch (IfcSectionedSolidHorizontal mit Profil und eingebetteter Achse).

Achse nur einmal anschließen
Die Stationen tragen ihre Achse mit: Nach Stationsbereich, Stationsliste oder Blockbuch brauchen „Abschnitte“, „Profil platzieren“ und „3D-Körper platzieren“ keinen eigenen Achs-Anschluss mehr. Wird dort trotzdem eine Achse angeschlossen — etwa eine Versatzachse —, gilt diese.
Stationierung: absolut oder relativ
Achsen können bei einer negativen Station beginnen. Wie eine eingetragene Station gemeint ist, sagt deshalb der Schalter „Stationierung“ an Stationsbereich, Stationsliste, Blockbuch, Versatz-/Teilachse und der Placement-Tabelle: Absolut (die Zahl ist die Station der Achse, auch negativ), Relativ zum Achsanfang (Abstand vom Anfang) oder Relativ zum Achsende (rückwärts vom Ende — „Von 20, Bis 0“ sind die letzten 20 m). Im Blockbuch darf jede Zeile in einer fünften Spalte Modus(abs, anfang, ende oder kurz + für vom Anfang, - für vom Ende) davon abweichen. Liegt ein Wert außerhalb der Achse, meldet die Node das und lässt ihn weg bzw. klemmt den Bereich; die Bauteile tragen immer die absolute Station in Mset_iCInfra.StartStation/EndStation, eine relative Eingabe steht zusätzlich in Mset_iCInfraBuild.Stationierung.
Mehrere Profile oder Körper auf einmal
An „Profil platzieren“ und den drei „3D-Körper platzieren“-Nodes lassen sich mehrere Profile bzw. Körper an denselben Eingang anschließen. Alle werden mit denselben Einstellungen entlang derselben Achse erzeugt, bleiben aber eigene Bauteile mit ihren Eigenschaften (IDS-Objekt, Farbe, Layer); der Name bekommt den Profilnamen angehängt. Mit Blockbuch ersetzt der Querschnitt je Block nur das erste Profil. Die Bauteil-Kennungen hängen am angeschlossenen Profil, nicht an der Reihenfolge: wer einen weiteren Eingang ansteckt oder abzieht, behält die Aussparungen, Slots und Anker der übrigen Profile.
Welche Node wann?
Jede Node trägt einen Hinweis „wann verwenden“ — in der Palette unter dem Namen und oben im Eigenschaften-Panel. Die Palette hat ein Suchfeld über Name, Hinweis und Beschreibung.
Element aus dem 3D
Ein bereits geladenes IFC-Objekt im Viewer anklicken und übernehmen (Rechtsklick, Menüband „Aus dem 3D“ oder der Knopf im Node). Die Node „Element wählen“ liefert seine Geometrie an der Originalposition — direkt als A oder B für boolesche Operationen bzw. als Abzugskörper — und zusätzlich als lokalen Körper zur Platzierung entlang einer Achse. Kein Export-Import-Umweg.
Aussparung wirkt nur an ihrer Ausgabe
Eine Aussparung (Vorgang „Aussparung ausschneiden“ bzw. ein Abzugskörper) schneidet nur die Bauteile, die an derselben „Geometrie-Ausgabe“ hängen. Bauteile an einer anderen Ausgabe desselben Workflows und aus anderen Workflows bleiben unberührt — auch wenn sie räumlich überlappen. Das gilt für Vorschau und IFC-Export (IfcRelVoidsElement nur zu diesen Bauteilen). Soll ein Bauteil geschnitten werden, es an dieselbe Ausgabe wie die Aussparung anschließen. Ausnahme: ein Void aus der Layer-Tabelle sucht seine Ziele nach seinem eigenen Bereich (siehe unten).
Layer-Tabelle: Körper, Union, Void je Layer
Die Node „DXF-Profil“ listet alle Layer der Datei. Je Layer: Aktiv(deaktiviert = keine Geometrie, keine Weitergabe), IDS-Objekt (geht vor der Standardklasse von „Profil platzieren“) und Operation. Unionvereinigt sich berührende Teile zu einem Körper; getrennte Bereiche bleiben getrennt. Void wird von passenden Körpern abgezogen und im IFC als IfcOpeningElement mit IfcRelVoidsElement geschrieben. Für Union und Void gelten der Bereich (Lokal = dieselbe Platzierung, Regional = derselbe Workflow, Global = alle Workflows der Vorschau-/Export-Auswahl) und optionale Filter: Layerfilter (Teilbegriffe, mit ; getrennt, einer muss passen), IDS-Filter und gleicher Block. Leere Filter schränken nicht ein; gesetzte Filter müssen alle passen. Zwei Union-Teile verschmelzen nur, wenn jedes zur Regel des anderen passt; bei unterschiedlicher Klassifizierung bleibt die Union mit Warnung aus. Immer gilt: erst Union, dann Void, unabhängig von der Reihenfolge der Nodes und Workflows. Wirksam ist das nur mit dem Vorgang „Automatisch gemäß DXF-Layerdefinition“ in „Profil platzieren“; dessen Layer-Filter wählt die Bauteil-Layer dieser Platzierung, Voids bleiben wirksam. Die Tabelle gilt auch für die Querschnitte aus einem Blockbuch (nach Layername); ohne DXF-Node genügt das Blockbuch allein. In der Vorschau ist der Verschnitt sichtbar, der Schalter „Aussparungskörper“ im Menüband blendet die Abzugskörper aus.
Nach DataBuild
Übernimmt das erzeugte Modell direkt zur semantischen Anreicherung — ohne Datei-Export; die Zuordnung bleibt über alle Vorschauläufe bestehen.

Profileditor — die einzige Profil-Definition

Skizze (CAD)
Eine native CAD-Zeichenfläche mit Kommandozeile, Objektfang, Griffen, Bögen und Kreisen, Trimmen, Abrunden, Versatz, Spiegeln und Schraffur. Bemaßungen treiben die Geometrie parametrisch (Prinzip einer Revit-Familie: Familientypen, Referenzlinien, Instanz- und Typparameter).
Parametrisch
Regelquerschnitte über benannte Parameter: Rechteck, Kreis und Kreisring, I/T/L, Maulprofil, Hufeisen, Stollen, Winkel- und Gewichtsstützmauer; Hohlprofile mit Wandstärke.
DXF-Import
DXF-Profile kommen nur über die Profilbibliothek herein: „DXF-Profile importieren…“, eine oder mehrere Dateien wählen, Einheit angeben und je Datei festlegen, was extrudiert wird — Schraffuren, Polylinien(geschlossene Polylinien, Kreise, Ellipsen, Splines) und/oder Linien (aus Linien und Bögen verkettete Züge; geschlossen = Volumen, offen = Fläche). Innen liegende Konturen werden zu Löchern. Nicht Gewähltes bleibt als Referenz im Profil. Eine Vorschau gibt es auf Wunsch über das Auge je Profil in der Bibliothek; dort lässt sich die Auswahl auch nachträglich ändern. Echte DXF-Geometrien (Bögen, Kreise, Ellipsen, Splines, Schraffuren, Blöcke) werden als editierbare Kurven übernommen, nicht als Vieleck-Näherung. Gelesen werden Text- und Binär-DXF; eine abgeschnittene Datei wird gemeldet, der lesbare Teil kommt an. Beim „Als Skizze bearbeiten“ bleiben die Layer mit ihrer Farbe erhalten, und jede DXF-Schraffur wird zur Schraffur der Skizze — also zum Volumen, Inseln zu Löchern. Konturen ohne Schraffur sind Konstruktionsgeometrie. Im CAD gespiegelte Elemente und solche mit eigenem Objekt-Koordinatensystem landen an ihrer richtigen Stelle; liegt ein Element in einer schrägen Ebene oder hat ein Schraffur-Rand eine Lücke, nennt der Importbericht das, statt es still zu übernehmen.
Profilbibliothek
Alle Profile liegen in einer geteilten Bibliothek und werden im Graphen wiederverwendet — dieselbe Bibliothek nutzen GIS2IFC und GeoDoc.
Speichern
Profilname, Live-Schalter und der Knopf „In Profil speichern“ sitzen als erste Gruppe „Profil“ in der Werkzeugleiste. Mit „Live“ übernimmt jede Änderung sofort in die Bibliothek; ohne „Live“ zeigt ein Warnpunkt am Knopf, dass ungespeicherte Änderungen vorliegen.

Fertige Körper platzieren

Körper importieren
FBX, OBJ, IFC 4.3 und 3D-DXF — bei DXF sowohl Flächen (3DFACE, SOLID, POLYFACE, Polygonnetz, MESH) als auch 3D-Volumenkörper (3DSOLID), und sowohl Text- als auchBinär-DXF. Die Zeichnungseinheit übernimmt der Import aus der Datei. Alle Körper landen in derselben Solid-Bibliothek. Hinweis: EineDWG-Datei vorher als DXF speichern. Werden die Volumenkörper als Binärdaten abgelegt (DXF ab Version 2013), meldet der Import das — dann in AutoCAD/ BricsCAD als DXF R2010 (oder älter) speichern. Runde Flächen werden feinmaschig angenähert.
Placements aus Excel
Beliebige Körper (Masten, Schilder, Schächte, Nischen, Einbauten) über eine Excel-Tabelle entlang einer Achse platzieren; die Spalten ordnest du beim Import frei zu.
Oberleitung
Leitungen mit definiertem Seilprofil zwischen zwei Bauteilen: Du pickst die Anschlusspunkte im 3D, sie werden nummeriert und über eine explizite Paarung verbunden (etwa 1↔3 vorne, 2↔4 hinten am Mast).

Vorschau, Export und Sicherung

Ausführen rechnet den Graphen und zeigt die Vorschau im Viewport; Übernehmen macht daraus ein Modell, Vorschau leeren verwirft sie. IFC exportieren schreibt IFC 4.3. „Einstellungen sichern“/"Sicherung laden" hält Graph und Profile als Datei fest.

Jedes exportierte Bauteil trägt den iC-Standard: Mset_iCInfra mit Achse, Station von/bis, Querschnitt, Quer-/Höhenversatz, Einfügepunkt, IFC-Klasse/-Typ und dem Block als übergeordnetem Bauteil, dazu Mset_iCInfraBuild mit den technischen Angaben (Profil, Stationslänge, Block-GUID, Quell-Node …). Leere Felder füllt der Export aus der Modellierung, eingetragene Werte aus IDS oder DataBuild bleiben unverändert. Mengen liefert icp. Mehr dazu unter „iC-Property-Standard“.

openCAD

Für vollwertiges CAD-Zeichnen ist OpenCADStudio eingebettet — eine Rust-Anwendung, die als WebAssembly läuft. Weil sie eine ganze Zeichenfläche mit eigenem Ereignis-Loop mitbringt, öffnet sie sich in einem eigenen Fenster; im Menüband openCAD liegt ein schlanker Einstieg mit Statusanzeige. Der Austausch mit infraCore läuft über DXF und DWG.

OpenCADStudio steht unter GPL v3. Es ist ein eingebettetes Open-Source-Projekt, kein Bestandteil von infraCore.

Technische Details: docs/infrabuild.md, docs/overheadline.md, docs/opencad.md