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Hilfe / Erstellen & Ausgeben

Bewehrung

Bauteil wählen, Bewehrung parametrisch erzeugen, als Liste, Plan und IFC ausgeben.

Das Modul bewehrt vorhandene Bauteile geladener IFC-Modelle: Träger, Stützen, Platten, Wände, Fundamente und Pfähle. Die Wahrheit sind Positionen und Verlegeregeln — die Stäbe selbst werden daraus jederzeit neu erzeugt. Das hält die Projektdatei klein und eine Änderung an Durchmesser, Abstand oder Betondeckung durchgängig.
Die hinterlegten Normwerte sind noch nicht gegen den Normtext geprüft — besonders die österreichischen. Solche Werte sind im Norm-Bereich mit „nicht verifiziert“ gekennzeichnet, und „Bekannte Lücken“ sagt, was gar nicht hinterlegt ist. Alle Ergebnisse sind von einer Fachperson mit Normzugang zu prüfen, bevor sie in die Ausführung, an eine Biegerei oder an einen Prüfer gehen; eine Haftung wird nicht übernommen.

Dasselbe gilt für zwei Schnittstellen, die noch keinen Gegentest mit fremder Software hatten: die Biegedaten (BVBS) und der Strichcode auf den Etiketten. Bitte einmal mit Ihrer Biegerei bzw. Ihrem Scanner gegenprüfen.

Der Weg durch das Modul

Über dem Arbeitsbereich zeigt die Schrittleiste die fünf SchritteBauteile · Hülle · Norm · Bewehren · Prüfen & Ausgeben mit ihrem Stand. Rechts sagt ein Knopf, was als Nächstes dran ist, und führt es aus. Ein Klick auf einen Schritt stellt die rechte Spalte auf den passenden Reiter (Vorlage, Norm, Prüfung). Ist das Fenster schmal, öffnet Einstellungen die Spalte als Überlagerung.

1
Bauteil übernehmen
Im 3D das Bauteil anklicken und im Rechtsklick-Menü „Bewehren…“ wählen, im Modellbaum dasselbe, oder die Auswahl mit Übernehmen (Menüband oder Bauteil-Panel) übernehmen — Einzel- und Mehrfachauswahl, auch ein ganzes Geschoss. Das Bauteil wird als Host geführt — mit Modell, Objektkennung (GlobalId), IFC-Klasse und Namen. Eine Meldung sagt, was übernommen wurde und was mit welchem Grund übersprungen wurde (Struktur-Knoten ohne eigene Geometrie zum Beispiel).

Jede Bauteilzeile zeigt ihren Stand (vermessen, bewehrt, geprüft) und hat einen Papierkorb: Bauteil entfernen fragt zurück, wenn Bewehrung daran hängt, und nennt, was mitfällt. Im Modell bleibt alles unverändert.
2
Hülle prüfen
Das Bauteil wird beim Übernehmen vermessen. Ergebnis ist die Hülle: Längsachse und umschließende Box, die Form (stabförmig, flächig, massig, rund, freiform), die einzelnen Bauteilflächen mit ihrer Lage (oben, unten, seitlich, Stirn), fünf Querschnitte entlang der Achse samt Löchern sowie erkannte Öffnungen. Im 3D erscheinen Achse, Boxkanten, Querschnitts- und Deckungskontur als ruhige Linien.

Die Bauteilart folgt zuerst der IFC-Klasse: Wand und Decke sind flächig, Stütze und Balken stabförmig, ein Pfahl rund. Die Geometrie bestätigt nur noch — widersprechen sich beide, steht das als Warnung da, und die Vorlagenliste bietet beide Sätze an. Stahlbauteile (Spundbohlen, dünnwandige Profile) werden am Werkstoff erkannt und als nicht bewehrbar geführt; Tunnelinnenschalen und Tübbingblöcke als Röhre, mit Innen- und Außenradius und der Achse als Bogen.

Weil IFC-Modelle nur als Netz vorliegen, ist das eine Näherung: Aussparungen, Fasen und verschnittene Körper können sie verfälschen. Deshalb nennt die linke Spalte zu jedem Bauteil eine Konfidenz in Prozent und jede Unsicherheit als Warnung im Klartext — geraten wird nichts.
3
Norm wählen
Im Bereich Norm das Regelwerk des Projekts wählen — EN 1992-1-1 (Empfehlungswerte), DIN EN 1992-1-1/NA mit DIN 488 (Deutschland) oder ÖNORM B 1992-1-1 mit ÖNORM B 4707 (Österreich). Länder werden nie stillschweigend gemischt. Dazu die Stahlsorte und je Bauteilseite die Expositionsklassen; daraus ergibt sich die Betondeckung c_nom, deren Herleitung sich Schritt für Schritt mit Quelle aufklappen lässt. Einzelne Werte (z. B. das Vorhaltemaß) können projektweise übersteuert und über Zurücksetzen wieder verworfen werden.
4
Bewehrung erzeugen
Rechts unter Vorlage die passende Vorlage wählen — angeboten wird, was zur erkannten Form des Bauteils passt. Parameter einstellen und Anwenden: Längsstäbe, Bügel, Wendel und Zubehör erscheinen im 3D. Biegerollen, Hakenlängen, Verankerungs- und Übergreifungslängen kommen aus dem Normprofil, nicht aus fest verdrahteten Zahlen.
5
Ausgeben
Stahl- und Biegeliste, Bewehrungsplan als DXF/DWG und PDF, das Modell als IFC 4.3 (IfcReinforcingBar mit IfcSweptDiskSolid) und die Biegemaschinen-Daten nach BVBS.

Was die Analyse liest — und was sie korrigieren lässt

Die Dreiecke des Bauteils werden zu ebenen Flächen gebündelt; aus deren Normalen entstehen die Achsen, aus Achsen und Abmessungen die Form. Senkrecht zur Längsachse wird an fünf Stationen geschnitten — daraus ergeben sich Querschnitt, Verlauf (gleichbleibend, Voute, freiform) und durchgehende Löcher. Runde Stützen und Pfähle erkennt ein Kreis-Fit mit Radius und Achse.

KorrekturWirkung
UmdrehenDreht die Längsachse um — Anfang und Ende tauschen die Rolle.
Achsen tauschenMacht die Querachse zur Längsachse (z. B. bei quadratischen Bauteilen).
Fläche „oben“Legt fest, welche erkannte Fläche als Oberseite gilt — davon hängt die Deckung ab.
Querschnitt beiVerschiebt den führenden Querschnitt entlang der Achse (0 = Anfang, 1 = Ende).
BetondeckungJe Flächenlage in Millimetern — oben, unten, seitlich, Stirn getrennt.

Korrekturen bleiben am Bauteil gespeichert und werden bei jedem erneuten Analysieren wieder angewendet. Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Öffnungen erkennt das Modul aus der Geometrie. Die IFC-Beziehung zwischen Bauteil und Öffnungskörper steht im geladenen Modell nicht zur Verfügung — statt sie zu erraten, sagt das Modul es in den Warnungen.

Die Vorlagen

Jede Vorlage zeigt oben eine Skizze mit den aktuellen Werten; das gerade bearbeitete Feld wird darin hervorgehoben. Jeder Parameter hat einen Satz Erklärung, ein Plausibilitätsband und, wo die Norm eine Vorgabe kennt, den KnopfNorm. Außerhalb des Bandes erscheint eine Warnzeile — gesperrt wird nichts. Geprüft werden außerdem Bügeldurchmesser gegen Längsstab, Bügelabstand, Deckung gegen Durchmesser, ob die Stäbe in die Breite passen und ob das Bewehrungsgrad-Ziel zwischen Mindest- und Höchstbewehrung liegt. „Anwenden" meldet, was entstanden ist.

VorlageErzeugtWofür
Balken / UnterzugLängsstäbe unten und oben, seitliche Zwischenstäbe, Bügel mit getrennten Abständen für Auflager und Feld, wahlweise Montagestäbe und Aufbiegungenstabförmige Bauteile
Stützerechteckig: Längsstäbe, Bügel mit verdichteten Enden, S-Haken nach Abstandsregel · rund: Längsstäbe auf dem Kreis mit Wendel oder EinzelringenStützen, auch rund
BohrpfahlBewehrungskorb aus Längsstäben, Wendel, Ringversteifungen und Betonrollen; Kopplung bei ÜberlängeBohrpfähle nach EN 1536
Platte / Deckeuntere und obere Lage in beiden Richtungen als Stäbe oder Lagermatten, Randeinfassung aus Steckbügeln, Auswechslung an Öffnungen, Durchstanzbewehrung, AbstandhalterDecken, Bodenplatten, Fundamentplatten
Wandzwei Lagen als Stäbe oder Matten, S-Haken als Lagenverbinder, Randsteckbügel, Auswechslung mit Sturz- und Brüstungsstäben, Anschluss am Fuß und am KopfWandscheiben mit Tür- und Fensteröffnungen
FundamentKorb unten und wahlweise oben, Randbügel als Einfassung, Anschlussbewehrung für Stütze oder Wand als WinkelstabEinzel- und Streifenfundamente
StützwandSohle mit Sporn und Ferse, Wandvertikale als Winkelstab in die Sohle, horizontale Wandbewehrung beidseitsWinkelstützmauern
Widerlagerwie Stützwand, zusätzlich die Auflagerbank mit Bügelkorb und LängsstäbenBrückenwiderlager
Tübbing / InnenschaleRingstäbe als Bogenstäbe innen und außen, Längsstäbe entlang des Bogens, Steckbügel an den LängsfugenTunnelschalen, gekrümmte Bauteile

Wand, Platte und Fundament bewehren exakt am Betonkörper: jeder Stab entsteht aus einem Schnitt durch das Bauteil, so wie es im Modell steht. Die Lagen liegen mit der eingestellten Deckung unter ihrer Schalfläche — gemessen senkrecht zur Fläche, auch an einem schrägen Kopf oder einer geneigten Stirn. Horizontalstäbe einer Bogenwand laufen im Bogen, die Vertikalstäbe stehen auf jeder Wandseite im eingestellten Abstand. Öffnungen unterbrechen die Stäbe mit Deckung, Steckbügel fassen jeden freien Rand ein (Stirn, Kopf, Laibung, Sturz, Brüstung — nicht den Wandfuß, der ist eine Fuge). An diesen Rändern gilt bei der Wand die Deckung Stirn, an den beiden Wandseiten die Deckung seitlich. S-Haken verbinden die Lagen über die ganze Wandhöhe. Zum Schluss prüft jeder Stab seinen Abstand zur Betonfläche und wird dort unterbrochen, wo er ihr zu nahe käme. Gerade Stäbe werden auf 1 cm abgerundet zu Positionen zusammengefasst (nie länger als der Platz). Ist die Übergreifung eines geschlossenen Rings länger als der Ring selbst, wird sie auf eine Windung gekappt und gemeldet.

Ändert man einen Parameter an einem Bauteil, rechnet nur dessen Vorlage neu; die übrigen Bauteile behalten ihr Ergebnis. Der Betonkörper selbst wird nicht in die Projektdatei geschrieben — nach dem Öffnen wird er aus dem geladenen Modell gelesen. Ist das Modell nicht geladen, rechnen neue Anwendungen auf der vereinfachten Hülle.

Ohne Bauteilgeometrie (Modell nicht geladen) und bei Lagermatten rechnen die Vorlagen weiter auf der vereinfachten Hülle — die Vorlage sagt das in ihrer Meldung. Stützwand, Widerlager und Tübbing sind noch nicht auf die exakte Verlegung umgestellt.

Nachbarn: welche Bauteile aneinandergrenzen

Ein Anschluss braucht zwei Bauteile. Sobald Sie ein Bauteil übernommen und analysiert haben, sucht das Modul seine Nachbarn unter den anderen übernommenen Bauteilen und zeigt sie im Bauteil-Bereich unter „Nachbarn“: Name, Art des Kontakts, Seite und die Kontaktfläche in m². Ein Klick wechselt zum Nachbarbauteil.

ArtWas sie bedeutet
FlächenkontaktEine Fläche liegt auf einer anderen auf — Wand auf Sohle, Decke auf Wand. Die Überlappung wird wirklich verschnitten: eine Wand, die eine Deckenecke nur streift, zählt nicht als voll aufgelagert.
DurchdringungEin Bauteil durchstößt das andere — Stütze durch die Decke, Röhre durch die Schachtwand. Bei einem runden Nachbarn wird der Kreis samt Radius mitgeführt.
LinienkontaktDie Bauteile berühren sich nur an einer Kante.
Nachbarn entstehen nur aus übernommenen Bauteilen. Wer den Anschluss einer Wand an die Decke darüber will, muss die Decke ebenfalls übernehmen — sonst findet das Modul dort nichts und sagt das auch. Die Toleranz beträgt 5 mm, also Schalungstoleranz.

Anschlussbewehrung zwischen zwei Bauteilen

Die Vorlage „Anschluss an Nachbarbauteil“ erzeugt die Bewehrung, die zwei Bauteile verbindet. „Automatisch“ wählt den passenden Baustein aus Bauteilart und gefundenen Nachbarn; Sie können ihn auch selbst setzen.

BausteinErzeugt
Wand–Decke / Wand–SohleL-förmige Anschlussstäbe, Schenkel je Übergreifungslänge, beidseitig
BlockfugeRückbiegeanschluss oder Muffe an beiden Blockenden der Tunnelröhre
Runde ÖffnungRinge um die Öffnung, radiale Zulagen, Steckbügel am Öffnungsrand
Steife an Gurtung/KopfbalkenVerankerungsstäbe am Steifenende, Bügelverdichtung als Spaltzugbewehrung
Kopfbalken–PfahlAnschlusskranz mit Übergreifung in den Balken, Verbügelung über dem Pfahlkopf
Gurtung–Wandgebogene Verbundstäbe im Raster entlang der Kontaktfläche
TreppenlaufAuflagerbewehrung oben und unten, Längs- und Querbewehrung des Laufs
Schachtwand–Verbaugerade Verbunddübel im Raster
Spundwand–KopfbalkenAnkerschlaufen im Kopfbalken über den Bohlen
Fundament–Stütze/WandAnschlussbewehrung als Kranz oder Reihe, Schenkel auf der Sohle
Übergreifungs- und Verankerungslängen kommen aus dem eingestellten Normprofil. Die konstruktiven Vorgaben ohne Normstelle — Zahl der Ringe und radialen Zulagen an der runden Öffnung, das Dübelraster des Verbund-Anschlusses, die Muffen- und Dübelkataloge, die Schlaufen am Spundwand-Anschluss — sind unverifizierte Vorgabewerte und stehen als Warnung an der erzeugten Position. Sie ersetzen keine Bemessung.

Öffnungen und Auswechslung

Jede Öffnung bekommt Randstäbe in beiden Richtungen und beiden Lagen, die um die Verankerungslänge über die Öffnungsecke hinauslaufen, Diagonalstäbe in allen vier Ecken oben und unten und Steckbügel entlang der Laibungen. In der Wand kommen Sturz- und Brüstungsstäbe dazu. Anzahl, Durchmesser, Diagonallänge und Bügelabstand sind einstellbar.

Der 100-%-Ersatz wird nachgerechnet. Reichen die gewählten Randstäbe nicht aus, um die durchtrennte Flächenbewehrung zu ersetzen, steht das als Hinweis unter dem Formular — statt still durchzugehen. Die Vorgabewerte (2 Ø12 je Seite, Diagonale 1,00 m, Steckbügel Ø8/20) sind Praxiswerte aus der Fachliteratur, keine Norm.

Die Analyse findet nur Öffnungen, die auch im Modell stecken. Einen Durchbruch aus der Planung tragen Sie im Bauteil-Fenster unter Öffnungen als Rechteck oder Kreis ein — längs ab Bauteilanfang, quer von der Mittelachse aus. Die Vorlagen rechnen sofort damit.

Durchstanzen: Stützen aus dem Modell

Die Platten-Vorlage nimmt die Stützenpunkte und deren Ersatzradius aus dem Modell — jede Stütze, die als Nachbar erkannt ist, bekommt ihre eigene Durchstanzgruppe. Findet sich keine, fällt die Vorlage auf die Punkte aus dem Formular zurück und sagt das.

Steht eine Stütze nah am Plattenrand (näher als der halbe Rundschnittradius), läuft der Rundschnitt nur noch in die Platte hinein: am Rand ein halber Kreis, in der Ecke ein Viertel. Die Meldungsliste nennt jeden dieser Punkte als Rand- oder Eckstütze.

Matten, Verschnitt und Zubehör

Platte und Wand lassen sich statt mit Stäben mit Lagermatten bewehren. Die Matten werden mit Übergreifung verlegt — Längsstoß nach Norm auf volle Maschen aufgerundet, Querstoß aus der Normtabelle —, jede zweite Reihe versetzt, damit keine Vier-Matten-Punkte entstehen. Am Rand und an Öffnungen wird auf das Maschenraster zugeschnitten. Im Arbeitsbereich Listen → Matten steht darunter der Verschnittplan: welcher Zuschnitt aus welcher Lagermatte kommt und wie viel Prozent übrig bleiben.

Abstandhalter setzt die Vorlage nach Stück je Quadratmeter aus dem DBV-Merkblatt und fängt sie auf die Stabkreuzungen — nicht ins Leere. Für die obere Lage kommen Unterstützungskörbe als Linien dazu. Bei den Expositionsklassen XD, XS oder XF wird Faserbeton gewählt statt Kunststoff.

Durchstanzbewehrung entsteht auf Wunsch um einen Stützenpunkt, wahlweise als Bügelkörbe oder als Dübelleisten. Reihen- und Achsabstände kommen aus dem Normprofil (s_r ≤ 0,75 d, s_t ≤ 1,5 d). Die Maße der Dübelleisten sind Platzhalter — das sagt die Vorlage auch.

Die erzeugten Stäbe werden nicht gespeichert, sondern erzeugt: Vorlage und Parameter sind die Wahrheit. Eine Änderung an Durchmesser, Abstand, Betondeckung oder Normprofil wirkt sich mit Regenerieren durchgängig aus; von Hand angelegte Positionen bleiben dabei unangetastet.

Das Bügelschloss wechselt. Damit die Überlappung der Bügel nicht in einer Linie steht, wandert die offene Ecke von Bügel zu Bügel weiter. In der Liste erscheinen dafür vier Verlegungen je Bereich — eine je Schlossecke. Das ist kein Fehler, sondern genau die Aufteilung, die die Biegerei braucht.

Jede Vorlage prüft mit: Mindest- und Höchstbewehrung, lichter Stababstand, bei Pfählen zusätzlich Betondeckung, Stabzahl und Wendelsteigung nach EN 1536. Was nicht passt, steht als Hinweis unter dem Formular — erzeugt wird trotzdem. Kennt das gewählte Normprofil eine Regel nicht (die Pfahlregeln stehen nur im deutschen Profil), sagt die Vorlage das, statt stillschweigend nichts zu prüfen.

Positionen, Auswahl und Anzeige im 3D

Links unter Positionen stehen die Verlegungen je Bauteil mit Positionsnummer, Durchmesser, Stückzahl, Länge und Gewicht. Positionsnummern vergibt das Modul fortlaufend; gleiche Form mit gleichem Durchmesser und gleicher Stahlsorte teilt sich eine Nummer. Ein Klick wählt die Verlegung — dieselbe, die auch im 3D hervorgehoben wird; das Augensymbol blendet sie aus.

Im 3D wählt ein Klick die ganze Verlegung, ein Doppelklick den einzelnen Stab. Die Stäbe sind stahlgrau; über das Menüband lassen sie sich nach Durchmesser einfärben (Ø-Farben) oder als Linien zeichnen. Bei sehr vielen Stäben schaltet die Anzeige selbst auf Linien um, damit die Ansicht flüssig bleibt.

Auswahl bearbeiten: Stab, Verlegung, Matte

Ein Klick auf eine Position (Baum, Zeichenfläche oder 3D) öffnet rechts den ReiterAuswahl. Für eine Verlegung stehen dort Durchmesser aus der Durchmesserreihe der Norm, Stahlsorte, Lage, Anzahl und Abstand je Verteilungsart, Randabstände, Deckung, Schenkellängen, Winkel, Biegerolle mit Norm-Vorgabe, Haken, Betonierabschnitt und Sichtbarkeit; darunter Stückzahl, Schnittlänge und Masse. Ein einzelner Stab wird als Korrektur geändert, die die Regeneration überlebt („auf ganze Verlegung anwenden" oder „Korrektur entfernen"). Matten: Typ aus dem Katalog, Lage, Übergreifung, 90° drehen. Zubehör: Typ, Höhe, Stück. Jede Änderung ist ein Rückgängig-Schritt. Von Vorlage lösen macht die Bewehrung des Bauteils zur Handarbeit — die Vorlage überschreibt sie dann nicht mehr.

Stammdaten: Normprofile und Kataloge

Menüband ▸ Bewehrung ▸ Einstellungen ▸ Stammdaten… öffnet den ReiterStammdaten: Normprofile, Stahlsorten, Durchmesserreihe, Lagermatten, Muffen, Abstandhalter, Dübelleisten und eigene Kataloge als Tabellen mit Suche. Normeinträge tragen Quelle und Prüfstand und sind schreibgeschützt; eigene Einträge lassen sich anlegen, duplizieren, ändern, löschen und als JSON austauschen. EineProjekt-Kopie eines Normeintrags überlagert ihn unter gleichem Namen. Flächen und Massen werden gerechnet, nicht getippt. Die Normprofil-Seite zeigt jeden Normwert des aktiven Profils mit Herkunft und Projektfestlegung.

Die Kataloge sind in sechs Gruppen geordnet: Stahl (Durchmesser, Bewehrungsdraht, Stahlsorten, Betonstahl in Ringen, Materialien und Dichten),Matten (Lagermatten DE/AT und Schweiz, Mattenregeln),Beton (Festigkeitsklassen C12/15–C90/105, Expositions- und Feuchtigkeitsklassen), Verbindungen (Muffen und Anschlüsse, Muffen-Typreihen, Rückbiegeanschlüsse und Rückbiege-Regeln),Zubehör (Abstandhalter und Unterstützungen samt Verlegeregeln nach DBV, Dübelleisten und ihre Typreihen, Gitterträger, Fugenbänder) sowieRegeln & Formen (Formcodes nach BS 8666 und ISO 3766 mit Längenformel, Biegerollendurchmesser, Handelslängen, Verankerungs- und Übergreifungslängen, Mattenformate, Schweißen nach EN ISO 17660, Toleranzen nach DIN EN 13670).

Prüfvermerk. Jede Zeile trägt Herkunft und Prüfstand: „verifiziert (Norm)“, „verifiziert (Projekt · Name · Datum)“ oder „offen“. Offene Zeilen lassen sich filtern; wer eine Zeile gegen die Quelle geprüft hat, vermerkt das mit Name, Datum und Quelle — der Vermerk reist mit Export und Import. Herstellermaße, Zulassungsnummern und Liefer-/Werkspraxis stehen bewusst als offen da, statt als sicher zu erscheinen. Beim Einspielen einer Stammdaten-Dateiwerden Zeilen, die Feld für Feld dem Stand im Projekt gleichen, als „unverändert“ übersprungen; jede übernommene Zeile wird eine Projekt-Zeile und gilt als offen, bis ein Prüfvermerk sie belegt. Die Meldung danach zählt nur, was wirklich übernommen wurde, und nennt abgewiesene Zeilen mit Grund. CSV-Felder dürfen in Anführungszeichen Zeilenumbrüche enthalten. Die Tabellen für Biegerollen, Verankerungs- und Übergreifungslängen, Handelslängen, Schweißen und Toleranzen sind aus demselben Rechenkern gerechnet, mit dem die Bemessung arbeitet, und werden je Zeile nachgerechnet — Nachschlagetabelle und Bemessung können nicht auseinanderlaufen. Zwei Zeilen der Verankerungstabelle (C20/25 Ø12 und C50/60 Ø25) weichen von der Literatur ab, weil die Bautabellen mit gerundetem f_bd rechnen; sie sind als offen gekennzeichnet.

Normprofile: Werte mit Herkunft

Jede Zahl im Normprofil trägt ihre Quelle (Norm und Abschnitt) und einen Prüfstand. Die Kopfzeile des Normprofils nennt den Anteil der noch nicht geprüften Werte, „Bekannte Lücken“ listet auf, was gar nicht hinterlegt ist — etwa Werte, die in den Quellen des Moduls nicht auffindbar waren. So ist vor der Anwendung sichtbar, worauf man sich stützt.

ProfilGrundlagePrüfstand
EN 1992-1-1 (2004)Empfehlungswerte ohne nationalen Anhangrund ein Viertel der Werte noch nicht geprüft
DeutschlandDIN EN 1992-1-1/NA:2013, DIN 488, Lagermatten Q/Rknapp die Hälfte noch nicht geprüft
ÖsterreichÖNORM B 1992-1-1:2018, ÖNORM B 4707, Matten AQdie österreichischen Festlegungen sind fast durchweg ungeprüft

Fehlt ein Wert, wird er nicht erfunden: die betroffene Rechnung liefert dann kein Ergebnis, sondern sagt, was fehlt. Wer Normzugang hat, kann Werte projektweise übersteuern — die Verantwortung dafür trägt, wer sie einträgt.

Die drei Arbeitsbereiche

Bewehrung
Links Bauteile und Positionen, in der Mitte die Zeichenfläche mit der 3D-Vorschau des aktiven Bauteils daneben und der Prüfliste als Schublade, rechts die Reiter Vorlage · Norm · Prüfung · Auswahl.
Pläne
Links die Planliste, in der Mitte das Blatt mit Zoom und Einpassen, rechts die Eigenschaften als Akkordeon; oben Auto-Layout, Ansicht hinzufügen, Exportieren.
Listen
Stahlliste, Biegeliste, Matten, Zubehör, Massenauszug und Bestellliste — mit Summen je Durchmesser und Stahlsorte, Biegeskizze je Position und Ausgabe als Excel-Mappe, CSV oder BVBS-Datei.

Listen und Ausgaben

Aus den Positionen entstehen im Reiter Listen sieben Ansichten: Stahlliste (Bauteil, Position, Stahlsorte, Ø, Stückzahl, Einzel- und Gesamtlänge, Formcode, Schenkelmaße als Außenmaße, Biegerolle, kg/m, Masse, Bemerkung), Biegeliste mit maßstäblicher Biegeskizze je Position, Matten, Zubehör, Massen(kg je Ø je Bauteil, Betonvolumen, Bewehrungsgrad in kg/m³) und Bestellung (Zuschnitt auf Handelslängen 12/14/15 m mit Verschnittanteil). Dazu kommt der Δ-Index (siehe unten). Ein Schalter blendet auf das aktive Bauteil ein; die Positionsnummern lassen sich sperren oder neu vergeben.

Jeder Stab wird einzeln gerechnet. Wer einen Stab über einen Griff verkürzt oder ihm einen anderen Durchmesser gibt, bekommt dafür eine eigene Zeile mit seiner Schnittlänge und dem Vermerk „abweichend (Handkorrektur)“ — in der Stahlliste, in den Biegedaten und im IFC. Ohne Handkorrektur bleibt eine Verlegung eine Zeile.

Δ-Index: was hat sich seit dem letzten Stand geändert?

Stand sichern hält den aktuellen Stand der Stahlliste fest — etwa beim Herausgeben eines Planindex. Danach zeigt die Ansicht Δ-Index, welche Positionen neu sind, welche entfallen und welche sich geändert haben, mit Klartext („Anzahl 24 → 28“, „Länge 5,90 → 6,20 m“) und der Massendifferenz in Kilogramm. Der gesicherte Stand liegt im Projekt.

Verglichen werden Mengen, nicht Lagen: zwei Stäbe gleicher Länge an anderer Stelle gelten hier als gleich. Die Sichtprüfung des Plans ersetzt das nicht.

Etiketten für Stabbündel

Etiketten gibt einen A4-Bogen mit zwölf Bündelanhängern aus. Jedes Etikett trägt zweimal dasselbe: lesbar Position, Ø, Stahlsorte, Stückzahl, Einzellänge, Masse und Biegeform — und maschinenlesbar denselben Biegedatensatz als Code-128-Strichcode. Beides entsteht aus derselben Stahllistenzeile. Ist ein Satz für ein lesbares Symbol zu lang, wird er gekürzt, und das Etikett schreibt „(gekürzt)“ darunter.

Der Verschnittzuschlag steht immer getrennt und nie in der Abrechnungsmasse. Abgerechnet wird nach der Stahlliste — VOB/C DIN 18331 (Deutschland) und ÖNORM B 2211 (Österreich) rechnen Verschnitt, Bindedraht und Walztoleranz nicht mit. Wirksam ist der Zuschlag nur in der Bestellliste.

Der Bewehrungsgrad erscheint nur, wenn ein belastbares Betonvolumen vorliegt. Stammt es aus der Hüllbox statt aus dem Bauteilnetz, sagt es die Spalte „Volumen aus“; ohne Volumen bleibt die Spalte leer.

BVBS schreibt die Biegedaten als .abs für Biegemaschinen: je Position eine Zeile mit Stückzahl, ebene Formen als BF2D, räumliche als BF3D, Wendeln als BFWE, Matten als BFMA; reines ASCII (Umlaute werden umgeschrieben), Zeilenende CR/LF, Prüfsumme je Zeile.

Die BVBS-Richtlinie lag nur in Auszügen vor. Gesichert sind Satzarten, Trennzeichen, Zeilenende, die Kopf-Feldkennungen und das Prüfsummen-Prinzip. Nicht abschließend geprüft sind die Zusatzfelder der Version 3.1, die Feldkennungen von Wendel und Matte, das Vorzeichen der Biegewinkel und ob der Empfänger Außen- oder Achsmaße erwartet. Voreingestellt ist Version 2.0. Prüfen Sie die erste Datei mit einem BVBS-Viewer, bevor Sie sie in die Fertigung geben.

IFC-Export

Unter Export → IFC schreibt das Modul die Bewehrung als eigene IFC-Datei. Je Position entsteht ein Bewehrungstyp mit Durchmesser, Querschnittsfläche, Schnittlänge, Stahlsorte, Oberfläche, Formcode und Schenkelmaßen; die Stabgeometrie liegt einmal darin — als Achslinie mit echten Biegebögen und dem halben Durchmesser als Radius — und wird von allen Vorkommen wiederverwendet. Jedes Vorkommen ist ein IfcReinforcingBar an seiner Stelle, Matten sind IfcReinforcingMesh. Die Bewehrung eines Bauteils fasst ein Bewehrungskorb zusammen, Positionen zusätzlich eine Gruppe. Stahlsorte hängt als Material am Typ, Mengen (Stück, Länge, Gewicht) an jedem Vorkommen und noch einmal am Korb.

Positionsnummer, Schnittlänge und Rundung stammen aus derselben Stahlliste, die auf Papier geht — Liste, IFC und BVBS können nicht auseinanderlaufen. Zwei Ausgaben derselben Bewehrung ergeben dieselbe Datei: die Objektkennungen sind abgeleitet, nicht gewürfelt.

Schema
IFC 4.3 (Vorgabe) oder IFC 4 für Empfänger im Hochbau — dort kommen die BS-8666-Biegeeigenschaften mit.
Vorkommen
Ein Datensatz je Stab (einzeln auswählbar) oder einer je Verlegung (deutlich kleinere Datei).
Darstellung
Volumen gibt jedem Stab seinen Körper, Liniennur die Stabachse — ein Bruchteil der Dateigröße, weil Achse, Länge und Lage bleiben und der Körper wegfällt. Volumen nur für Auswahl mischt beides: Körper nur für das gerade aktive Bauteil, alle anderen als Achse.
Geometrie
Achse und Radius (normgerecht) oder ein tesselliertes Rohrnetz für Programme, die Sweeps nicht auswerten. Matten wahlweise als einzelne Drähte oder als vereinfachte Platte.
Host mitschreiben
Legt das Wirtsbauteil als Hüllkörper mit seiner Original-Kennung bei, damit der Empfänger die Zuordnung sieht.
Das Wirtsbauteil liegt in einer anderen Datei. Eine Verknüpfung auf seine Kennung wäre ein Verweis ins Leere — solche Beziehungen erfindet der Export nicht. Der Bewehrungskorb trägt Kennung und Name des Bauteils in seinen Eigenschaften und in seiner Beschreibung; wer die Beziehung sichtbar braucht, schaltet „Host mitschreiben“ ein.

Als Modell in den Viewer lädt dieselbe Datei als Modell. Erst dadurch sehen Kollisionsprüfung, Mengen und Schnitte die Stäbe — die schnelle Darstellung im Bewehrungs-Modus ist dafür nicht gedacht. Das passiert nur auf Knopfdruck, weil jeder Durchlauf die Datei neu einliest. „An DataBuild“ übergibt dasselbe Modell an den Strukturbaum.

Die Einstellung „Polygonal“ (ein Biegerollenradius für alle Ecken) erzeugt eine gültige, kompakte Datei, die der eingebaute Viewer jedoch nicht darstellen kann — die Übernahme in den Viewer schaltet sie deshalb ab. Die Namen der BS-8666-Biegeeigenschaften im IFC4-Modus stammen aus der Recherche und sind noch nicht gegen die Originalvorlage geprüft.

Zeichnen, Griffe und Korrekturen

In der Mitte des Arbeitsbereichs liegt die Schnittfläche. Welche Schnitte es gibt, hängt am Bauteil: eine Wand hat Wandansicht (Blick senkrecht auf die Wandfläche), Vertikalschnitt und Horizontalschnitt; eine Platte Draufsicht und zwei Schnitte; Balken und Stützen Quer- und Längsschnitt. Die Fläche zeigt die wirkliche Betonkontur (mit schrägem Kopf, Öffnungen und allen Teilflächen), die gestrichelte Deckungskontur und alle Stäbe — durchstoßende als Punkt, in der Ebene liegende als Linienzug. Der Regler sagt, was er misst (Höhe, Lage entlang der Wand, Abstand von Wandseite 1), und verschiebt die Schnittebene über das ganze Bauteil; im 3D wandert dieselbe Ebene mit.

Die 3D-Vorschau daneben zeigt den Betonkörper durchscheinend mit den Stäben. Links ziehen dreht, rechts oder mit der mittleren Taste ziehen verschiebt, das Mausrad zoomt zum Mauszeiger, ein Doppelklick ins Leere passt ein. „Vorne“ blickt senkrecht auf Wandseite 1, „Seite“ entlang der Wand.

1
Stab oder Bügel zeichnen
B zeichnet einen Stab als Polylinie, U einen Bügel aus zwei Rechteck-Ecken. Ein Doppelklick schließt die Skizze ab. Die Biegeradien kommen aus dem Normprofil — eine gezeichnete Ecke trägt keinen Radius, und ein geratener Wert machte die Biegeliste falsch.
2
Fangen
Die Rangfolge steht fest: vorhandener Stab vor Deckungskonturvor Bauteilkante vor Ortho vor Raster. Wer einen Bügel an einen Längsstab hängt, meint den Stab — auch wenn die Deckungskontur zufällig näher liegt. Jede Quelle lässt sich in der Leiste abschalten.
3
Griffe ziehen
Klick wählt die Verlegung, Doppelklick den einzelnen Stab,Alt+Klick das Bauteil — im Schnitt wie im 3D. Am gewählten Stab erscheinen Griffe: Quadrat in der Schenkelmitte (Länge), Kreis am Knick, Würfel an den Stabenden (Hakenlänge) und an den Enden der Verlegestrecke. Esc bricht einen laufenden Zug ab.
4
Strecke, Haken, Ecken und Anzahl
Der Zug an einem Endgriff der Verlegung ändert die Strecke; der Abstand bleibt, die Anzahl rechnet sich neu. Ein Hakengriff ändert die Hakenlänge. Im Schnitt lässt sich ein Eckpunkt verschieben — er wird in Schenkellängen und Knickwinkel zurückgerechnet. Der Schalter In Deckungsebene hält den Punkt dabei in der Biegeebene des Stabs, damit er nicht aus der Bewehrungslage wandert. Anzahl/Abstand in der Leiste setzt beide Werte direkt; der jeweils andere bleibt stehen.

Tastenkürzel im Bewehrungs-Editor — die Werkzeugtasten gelten nur, solange die Zeichenfläche den Fokus hat.

KürzelWirkung
BWerkzeug „Stab skizzieren“
UWerkzeug „Bügel (Rechteck)“
VWerkzeug „Verlegen“
GWerkzeug „Griffe“
Q / ESchnittebene 5 cm zurück / vor
Klick / Doppelklick / Alt+KlickVerlegung / einzelner Stab / Wirtsbauteil wählen
Esclaufende Skizze abbrechen → Werkzeug „Auswahl“ → Auswahl leeren
Strg+Z / Strg+Y / Strg+Umschalt+ZRückgängig/Wiederherstellen im Bewehrungs-Verlauf
?diese Tastenkürzel-Übersicht öffnen
Ein Zug an einem Stab, der aus einer Vorlage stammt, wird als Korrekturgespeichert (Pin-Zähler im Positionsbaum). Die nächste Regeneration baut die Vorlage neu auf und legt die Korrekturen wieder darüber — Handarbeit geht nicht verloren. Trifft eine Korrektur nach einer Parameteränderung keinen Stab mehr, fragt das Modul, ob sie behalten oder verworfen werden soll; stillschweigend verschwindet sie nie.

Das Rechtsklick-Menü einer Verlegung bietet Teilen,Spiegeln, Auf anderes Bauteil kopieren,In Position zusammenfassen und Explodieren in Freiform. Das Explodieren löst die Parametrik auf und fragt deshalb vorher.

Zonen: Bügelverdichtung am Auflager

Eine lineare Verlegung kann Zonen tragen: ein Abschnitt der Verlegestrecke mit eigenem Abstand und wahlweise eigenem Durchmesser. Im Positionsbaum erscheinen unter der gewählten Verlegung die Knöpfe Auflager Anfang und Ende — ein Klick legt eine Zone über 1,00 m mit halbem Abstand an. Länge, Abstand und Ø lassen sich danach frei ändern; überlappende Zonen werden entflochten, die frühere gewinnt.

Zonen wirken überall: Stahlliste, Biegedaten, IFC, Plan und Prüfung sehen dieselbe Stabmenge. Im Schnitt stehen die Zonengrenzen als dünne Striche mit Abstand und Ø. Ohne Zonen bräuchte eine Verdichtung drei getrennte Verlegungen mit drei Positionsnummern.

Betonierabschnitte und Arbeitsfugen

Ein Betonierabschnitt bündelt, was in EINEM Guss betoniert wird. Im Positionsbaum öffnet Betonierabschnitte die Verwaltung: Abschnitt anlegen, gewählte Verlegungen zuordnen oder wieder lösen. Zu jedem Abschnitt gehören Arbeitsfugen — je Fuge eine Achse des Bauteils (Längs-, Quer- oder Hochachse) und ihre Lage darauf als Wert zwischen 0 und 1. Relativ, damit die Fuge an ihrem Platz bleibt, wenn das Bauteil neu analysiert wird.

Die Vorlage Arbeitsfuge erzeugt daraus die Anschlussstäbe: sie reichen mit der Übergreifungslänge in beide Takte, wahlweise in zwei Lagen an beiden Bauteiloberflächen und wahlweise abgewinkelt. Die Stahlliste bekommt die Spalte Betonierabschnitt, der Plan eine beschriftete Fugenlinie, die IFC-Datei eine Gruppe je Abschnitt.

Das Fugenband wird bewusst nicht erzeugt, sondern nur vermerkt: es ist ein Abdichtungsbauteil mit eigenem Produktkatalog und eigener Einbauvorschrift. Der Hinweis taucht in den Meldungen und auf dem Plan auf, damit er nicht verschwindet.

Soll/Ist: erforderliche gegen vorhandene Bewehrung

Im Listen-Bereich vergleicht der Reiter Soll/Ist je Bauteil, Lage und Richtung die vorhandene Bewehrung As,vorh mit der erforderlichen As,erf — beides in cm²/m. Die Ampel zeigt ausreichend, knapp (unter 5 % Reserve) oder Unterdeckung, immer mit Symbol und Text, nicht nur mit Farbe.

Die Sollwerte kommen über Soll einlesen aus einer CSV- oder Excel-Datei oder werden von Hand eingetragen; im selben Dialog liegt eine leere Vorlagendatei. Eine leere Zelle in As_erf gilt als keine Angabe, nicht als Bedarf 0 — die Zeile wird gemeldet. Eine eingelesene Datei steht danach unterProjekt › Quellen — liefert die Statik eine neue Fassung, liest „Aktualisieren“ sie mit derselben Ersetzen-Wahl ein.

SpaltePflichtInhalt
BauteiljaName des Bauteils wie im Modell
Lagejaunten · oben · seitlich · buegel · sonstige
Richtungjalaengs · quer
As_erfjaerforderliche Bewehrung in cm²/m, Komma oder Punkt
QuelleneinStatik-Dokument, Positionsnummer
BemerkungneinFreitext
Das Modul bemisst nicht. As,erf kommt aus der Statik; hier wird nur verglichen. Eine Zeile, deren Bauteil nicht zugeordnet werden kann, wird gemeldet und übersprungen — ein Sollwert am falschen Bauteil wäre schlimmer als keiner.

Prüfen

Menüband ▸ Prüfung ▸ Prüfen (oder der Schritt „Prüfen & Ausgeben“) rechnet acht Prüfungen über den ganzen Bestand; danach öffnet sich die Prüfliste als Schublade unter der Zeichenfläche, der Reiter „Prüfung“ zeigt die Befunde verdichtet. Jeder Befund nennt den gemessenen Wert, den Grenzwert und die Normstelle; ein Klick auf die Zeile wählt die betroffenen Stäbe und fährt die Kamera hin.

PrüfungWas sie meldet
KollisionStäbe, die sich wirklich durchdringen, und parallele Stäbe DERSELBEN Lage, die den lichten Mindestabstand unterschreiten. Dass ein Bügel oder eine Wendel am Längsstab anliegt, ist der Regelfall des Bewehrens und kein Befund. Stäbe derselben Verlegung sind ohnehin ausgenommen — deren Abstand ist die Verlegeregel. Muffen, Dübelleisten und Abstandhalter zählen mit ihrem Platzbedarf mit; eine Muffe kollidiert nicht mit ihrem eigenen Stab.
BetondeckungStäbe, deren Abstand zur Betonoberfläche kleiner ist als c_nom, und Stäbe außerhalb des Querschnitts. Gemessen wird gegen das Originalnetz des Bauteils; ist das Modell nicht geladen, gegen den nächsten Hüllen-Querschnitt — welche Quelle gemessen hat, steht im Befund.
StababständeLichter Mindestabstand (EN 1992-1-1 8.2) und Höchstabstand je Bauteilart.
BiegeradiusBiegerollendurchmesser unter dem Normwert und Schenkel, die zu kurz für den Bogen sind.
VerankerungEndstücke kürzer als l_bd; ein Haken wird mit angesetzt.
HandelslängeSchnittlängen über der Regel-Handelslänge (Warnung) bzw. über der größten Lagerlänge (Fehler).
RüttelgasseObere Lagen ohne freie Gasse für die Rüttelflasche (Durchmesser als Parameter).
UnterdeckungLagen, in denen weniger Bewehrung liegt, als die Statik verlangt — nur dort, wo ein Sollwert eingelesen oder eingetragen wurde (siehe „Soll/Ist“).

Während der Lauf rechnet, zeigt das Panel einen Fortschrittsbalken, den laufenden Abschnitt und einen Abbrechen-Knopf; ein abgebrochener Lauf sagt ausdrücklich, dass die Liste unvollständig ist. Die Kollisionsprüfung merkt sich ihr Ergebnis je Bauteil-Paar: ändert sich ein Bauteil, rechnet der nächste Lauf nur noch die Paare, an denen es beteiligt ist. Unter der Kopfzeile steht, wie viele Paare gerechnet und wie viele übernommen wurden. Gefunden wird dabei genau dasselbe wie bei einem vollen Lauf.

Die drei Schwellen der Kollisionsprüfung stehen im Prüf-Panel hinterSchwellen: der lichte Mindestabstand s_min paralleler Stäbe derselben Lage, die Überschneidung, ab der eine Berührung als Durchdringung gilt (Vorgabe 1 mm — darunter ist es Verlegetoleranz), und der Winkel, bis zu dem zwei Stäbe als parallel gelten (Vorgabe 15°). Der Knopf daneben heißt Prüflauf starten; er hat mit dem Menüband-Reiter „Prüfen“ (IDS, BCF) nichts zu tun.

Bei einer Röhre (Tunnelinnenschale, Tübbingblock) misst die Deckungsprüfung radial gegen den analytischen Kreisring aus der Hüllenanalyse, nicht gegen die Facetten des Netzes. Ein tesselierter Kreis liegt an seinen Flächen immer innerhalb des Kreises — gegen ihn gemessen fiele jeder Ringstab durch.

Die Liste lässt sich als CSV ausgeben; im Bericht „Bewehrung“ erscheint sie als eigene Tabelle und wandert damit auch in PDF und Word.

Der Prüfbericht liegt zusätzlich als eigenes Blatt der Listen-Arbeitsmappe— aber nur, wenn ein Prüflauf vorliegt. Ein leeres Blatt hieße „nichts gefunden“ statt „nicht geprüft“.

Die Kollisionsprüfung sieht nur die Bewehrung und die eingetragenen Einbauteile — nicht die Leitungen anderer Modelle. Abstände und Verankerungen rechnen weiter gegen die abgeleitete Bauteilhülle. Die Prüfungen ersetzen keine Prüfung durch eine Tragwerksplanerin.

Bewehrungspläne

Der Reiter Pläne setzt aus denselben Positionen und Verlegungen ein maßstäbliches Blatt: links die Pläne des Projekts, in der Mitte die Vorschau, rechts die Eigenschaften. Neues Blatt legt einen Plan für das aktive Bauteil an, Auto-Layout ordnet Grundriss bzw. Längsschnitt, Querschnitte an markanten Stationen, Stabauszüge, Legende und Plankopf an und wählt dazu den größten Maßstab, der noch passt (1:10 bis 1:100).

1
Blatt festlegen
Blattformat (A0–A4), Ausrichtung und Maßstab wählen.
2
Ansichten anordnen
Ansichten in der Vorschau ziehen; Schnittstationen rechts eintragen.
3
Beschriftung und Maße korrigieren
Fahnen bei Bedarf einzeln verschieben — die Lage bleibt gespeichert. Maßketten anklicken und ziehen, ausblenden oder löschen; Rundung, Einheit, Gesamtmaß und Text je Kette im Abschnitt „Maßketten“; der Knopf Maßkette setzt eigene Ketten per Klick mit Fang an Konturecken, Öffnungskanten und Stabachsen. Ein negativer Versatz legt die Kette auf die andere Seite der Bezugskante.
4
Ausgeben
Textbausteine für den Plankopf anhaken und als PDF, DXF, DWG, SVG oder PNG ausgeben.

Wo die Positionsfahne landet. Gesucht wird ringsum den Anker, und zwar gegen alles, was in der Ansicht schon steht: Bauteilkontur und Öffnungen, Stäbe, Maßketten samt Maßzahlen, Stabauszug, Legende und Plankopf. Der erste Durchgang sucht eine Stelle, die gar nichts überdeckt. Findet sich keine, darf die Fahne im zweiten Durchgang auf gezeichneten Stäben liegen — nie aber auf Kontur, Maß oder Text. Bleibt auch dann kein Platz, wird die Fahne trotzdem gesetzt und gemeldet: eine fehlende Positionsangabe wäre auf der Baustelle der schlimmere Fehler. Maßketten stehen dabei vor den Fahnen, weil eine Maßzahl an ihrer Maßlinie hängt und nicht ausweichen kann.

Überlappende Fahnen erkennen Sie an drei Stellen: am gestrichelten Rahmenin der Vorschau, an der Zeile „3 Fahnen überlappen“ in der Fußzeile des Blattes und im Abschnitt Beschriftung der Eigenschaften, der sie mit Positionsnummer und Ansicht auflistet. Dort führt auswählen zur Fahne, automatisch neu platzieren verwirft ein Verschieben von Hand und lässt neu suchen, alle neu platzieren tut das für alle auf einmal. Diese beiden Knöpfe erscheinen nur dort, wo Sie selbst verschoben haben — sonst hat die Suche bereits alles durchprobiert, und die Zeile sagt „von Hand verschieben“. Eine von Hand gezogene Fahne bleibt, wo Sie sie hingezogen haben, wird aber ebenso geprüft. Die gestrichelte Markierung ist reine Bildschirmanzeige — in PDF, DXF, DWG und SVG steht sie nicht.

Gezeichnet wird nach ISO 3766: der Stab als dicke Linie, der quer geschnittene Stab als gefüllter Punkt, die Betonkontur dünn. Für eine Verlegung stehen drei Darstellungen zur Wahl — alle Stäbe, erster und letzter (mittlere gestrichelt) oder nur der mittlere. Die Verlegeangabe lautet „12 Ø 12 / 15 – Pos 3“ mit Positionsnummer im Kreis und Verlegepfeil über die Verlegestrecke; mehrere Verlegungen an derselben Stelle teilen sich eine Fahne.

AusgabeWas herauskommt
PDFVektor, genau eine Seite in Blattgröße, Linienbreiten in mm, Text kopierbar.
DXF R12Layer je Durchmesser (BEW_STAB_D12 …), Positionskreise als CIRCLE, Umlaute als \U+XXXX.
DWG / DXF 2018Über das CAD-WASM-Modul; Layernamen behalten ihre Umlaute, Bögen bleiben Bögen.
SVG / PNGDieselbe Zeichnung für Berichte und Besprechungen.
Die Textbausteine im Plankopf (Stahlsorte, Schweißen, Biegerollen, Rückbiegen, Abstandhalter, Muffen, Toleranzen) sind Vorschläge auf Grundlage bekannter Norminhalte und je Normprofil unterschiedlich formuliert. Sie sind in der Liste als „ungeprüft“ gekennzeichnet und vor der Freigabe gegen die gültige Fassung zu prüfen. Die Farben je Durchmesser sind Bürostandard, nicht genormt — deshalb weist die Legende sie aus.

Eigene Kataloge und eigene Normwerte

Im Norm-Bereich lädt JSON wählen… einen eigenen Katalog (Muffen, Abstandhalter, Dübelleisten, Matten). Die Prüfung meldet jeden Fehler mit seiner Stelle in der Datei — nicht nur den ersten; übernommen wird erst auf Knopfdruck. Der Katalog liegt danach im Projekt und reist mit ihm.

Normwerte überschreiben öffnet die Zweige c_min,dur je Expositionsklasse, Biegerollen, Fertigung samt Handelslängen und die Stoßregeln einschließlich α6. Jeder geänderte Wert trägt danach die Herkunft „Projekt“ und gilt als geprüft — verantwortlich ist, wer ihn einträgt. Unplausible Eingaben (negative Maße, leere Listen) werden abgelehnt; der Grund steht unter dem Feld, das Profil bleibt unverändert. Einzige erlaubte negative Größe ist die Biegetemperatur.

Bauteil
Auswahl übernehmen, Bauteil entfernen, alle entfernen, Beispiel laden.
Bewehren
Vorlage anwenden, Regenerieren, Rückgängig und Wiederherstellen. Zeichnen, Griffe und Verlegen liegen an der Zeichenfläche.
Prüfung
Alle Prüfungen rechnen; der Knopf zeigt danach Fehler und Warnungen.
Listen
Listen öffnen, als Excel-Mappe ausgeben oder alle Positionsnummern neu vergeben.
Pläne
Plan-Arbeitsbereich öffnen, neues Blatt anlegen, Auto-Layout rechnen, Blatt als PDF ausgeben.
Export
Alle Listen als Excel-Mappe, Biegedaten als BVBS (.abs), das Modell als IFC und das aktive Blatt als DXF. Etiketten für die Stabbündel gibt der Reiter „Listen“ aus.
Norm
Das Normprofil des Projekts (EN, Österreich, Deutschland). Es gilt projektweit — zwei Normen werden nie stillschweigend gemischt.

Sie finden das Modul über Menüband ▸ Bewehrung. Es ist lizenzpflichtig: ohne Freischaltung erscheinen weder Reiter noch Kontextmenü-Eintrag.

Ohne eigenes Modell ausprobieren: im Arbeitsbereich „Bewehrung“ auf „Beispiel laden“ — ein Stahlbetonbalken 6,00 × 0,30 × 0,60 m, an dem sich Vorlagen, Schnitt, Prüfungen, Listen und Pläne vollständig durchspielen lassen. Das Beispielbauteil ist gesetzt, nicht gemessen; es ist zum Kennenlernen da.

Am großen Bauwerk proben: derselbe Leerzustand bietet „U-Bahn-Station laden“ an — ein mitgeliefertes IFC-Modell mit Schacht (60 × 24 m, fünf Untergeschosse), zwei Stationsröhren Ø 6,00 m, Querungsbauwerk, Baugrubenverbau und Gründungspfählen. Es landet als reguläres Modell in der Projektstruktur; dort ein Bauteil wählen und „Bewehren…“ aufrufen.

Technische Details: docs/bewehrung.md · docs/bewehrung-plan.md